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Heute machte folgende Pressemitteiliung die Runde und sorgte somit auch für viel Gesprächsstoff in der Blogosphäre:

United Internet und wunderloop verschmelzen Targetingsysteme

Interessant ist folgendes Zitat auf Kress:

Matthias Ehrlich, Chef der United Internet Media, will mit dem Schritt das Versprechen einlösen, „dem Online-Mediamarkt einen unabhängigen, im Hinblick auf Datenschutzkonformität und Zielgruppensystematisierung höchstwertigen Targetingstandard zu bieten.“ Ehrlich hatte bisher schon versucht, sein Targetingsystem TGP auch bei anderen Internet-Unternehmen unterzubringen. Bis auf die Schwesterunternehmen AdLink und HiMedia hat er aber wegen mangelnder Neutralität keine Partner gefunden.

Es stellt sich für mich jetzt die Frage, ob eine derartige PM förderlich ist eine Neutralität aufzubauen, zumal man weiss, dass UIM nun an Wunderloop beteiligt sein wird, oder ob es nicht vielleicht doch eher Wunderloop schaden könnte, weil es die angebliche Neutralität verliert.

Wichtig erscheint mir auf jeden Fall, dass UIM erkannt hat, dass ohne vernünftiges Performance Marketing, der Online Markt der Zukunft nicht in den Griff zu bekommen ist. Die Frage ist nun hier, ob und wieweit Wunderloop mit seiner Cookie basierenden Technologie hier der zukunftsweisende Weg ist.

Ich zitiere hier mal einen Brancheninsider: „Ob da mal nicht der Lahmende dem Blinden unter die Arme greift.“

Jeder mag sich seine eigenen Gedanken machen ;-)

Business On, das regionale Wirtschaftsportal war so nett arrogo.de bereits in einem ersten Interview mit Geschäftsführer und Mitgründer Sven Jan Arndt zu erwähnen. Ich denke, ein lohnender Artikel auch wegen der generellen Aussagen zum Thema Internetnutzung und seine Zukunft.

Bildschirmfoto 2009-10-09 um 11.24.17

Die dmexco in Köln ist zu Ende. Viele Vermarkter haben sich dargestellt. Die meisten wachsen entgegen dem Trend im Bereich Marketing (siehe vorherigen Blogeintrag). Die Frage ist aber wie lange noch. Und vor allem, warum?

Die klassische Display Werbung im Internet ist ein Relikt aus vergangenen Tagen. Wie stellte jedoch ein interessanter Artikel auf der ibusiness fest:

Bannerwerbung ist ein Überbleibsel aus einer Zeit, als Broadcast-Kommunikation das Maß aller Dinge war. Als niemand darüber sprach, eine 1:1-Kommunikation mit dem Kunden aufzubauen. Als Empfehlungsmarketing eine unbekannte Vokabel war. Kurz: Als ausschließlich teure Zeitungsanzeigen, kostspielige Zeitschriften-Annoncen, hochpreisige Radio-Spots und budgetverschlingende TV-Clips existierten. Doch das Internet öffnet den Rückkanal zum Konsumenten. Und längst erwartet der Konsument zunehmend mehr als nur senderorientierte Kommunikation. Er erwartet Beteiligung – etwas, was das klassische digitale Plakat in seiner ursprünglichen Form nicht liefern kann. Zwar ist das einfache Hochhalten von Werbeschildern auch in Zukunft eine durchaus vernünftige und auch effiziente Art, weiterführende Kommunikation zu initiieren, an die Fortführung eines Dialogs zu erinnern oder die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass die Menschen ihren nächsten Hamburger in der ‘richtigen’ Kette kaufen. Aber niemand erwartet, dass ein Klingelschild allein verkauft.

Diese These wird von harten Fakten gestützt:

1. Ein sinkender Anteil der Bannerwerbung an der gesamten Onlinewerbung wie dem neuesten Bericht des OVKs zu entnehmen ist (hier der vollständige Report – OVK Online-Report 200902_Webversion):

Bildschirmfoto 2009-09-25 um 14.38.46

2. Die fallenden Preise im Displaygeschäft. Die Preise sind im freien Fall aufgrund des Überangebotes. Den Druck, den die Vermarkter spüren resultiert aus:
- Zurückhaltung der Werbetreibenden generell
- Mediaagenturen geben den Erfolgsdruck der Werbekunden in Form von Rabattwünschen weiter
- große Websites starten Ihre eigene Vermarktung, um Ihre Margen aus Punkt 1 wieder zu steigern

3. Sinkende Aufmerksamkeit bei der werberelevanten Zielgruppe. Die Klickraten sinken immer mehr, trotz immer lauter und aggressiver werdender Werbeformen. Dies ist auch kein Wunder, wenn man sich anschaut, wie phantasielos teilweise die großen Vermarkter Zusammenhäge herstellen. Sucht jemand bei Google einen Kinderwagen, bekommt er auch eine Displaywerbung für Kinderwerbung auf den Folgeseiten angezeigt. Wie erzeugt man da zusätzliche Needs? Wenn jemand sowieso schon gezielt auf der Suche ist, wird er mit hoher Sicherheit nicht auf plumpe Banner hereinfallen, die die meisten in Ihren Surfgewohnheiten sowieso schon ausblenden.

4. Economy of Scale. Die großen Vermarkter wachsen immer weiter und können sich, wie es einer der ganz großen formulierte – garnicht wehren vor neuen Kunden. Die Kleinen bleiben aufgrund der fallenden Margen auf der Strecke. Es ist ein ähnlicher Konsolidierungsprozess wie in den USA zu erwarten.

5. Performance – alles wird messbar! Genau dies ist es, was die klassischen Werbetreibenden ihre Budgets hin zum Internet switchen lässt. Sie wollen für Performance, sprich Leads und Sales bezahlen und nicht allein dafür, dass sie gesehen werden. Dies ist eine große Chance des Internets – die Interaktivität oder wie oben geschrieben, der Rückkanal. Also sollte man diesen verdammt noch mal auch nutzen und nicht so tun, dass Simplex-Kommunikation mittels Banner das Nonplusultra sei, man müsse nur besser aussteuern, wo man sie anzeigt.

Es wird neue Formen der Vermarktung im Internet geben – hierzu gehören mit Sicherheit Videoads, mobile Verknüpfungen aber auch Morphing Websites.

Es bleibt wie immer spannend!


Wie heute im FAZ-Blog eindrucksvoll mitgeteilt wurde, ziehen die Werbespendings in Online Bereich wieder an. Einige Werber wollen dies schon als Anzeichen für ein Anziehen der Konjunktur sehen:

Online_2D00_Werbung-2009Wie jedoch die anderen Werbemedien zeigen, gehen diese weiter runter. Ich würde dies momentan eher dahingehend interpretieren, dass die werbende Industrie den Strukturwandel konsequent weiter vollzieht und sich den reinen Massenmedien ohne große Steuerungsmöglichkeit und schwieriger Meßbarkeit abwendet und sich mehr der auf Performance basierenden Onlinewerbung zuwendet.

Sehr interessant in diesem Zusammenhang ist auch zu sehen, wo der Trend der (Online-)Werbespendings hingeht. Da die USA hier immer noch ein Vorreiter sind, ist die folgende Grafik sehr spannend:

Internetwerbung-USASocial Media hat klassisches Suchmaschinenmarketing bereits abgelöst und erstaunlicherweise erlebt Email-Marketing eine große Renaissance. Diese Entwicklung verfolgen wir weiter spannend und halten Sie auf dem Laufenden!

Aktuelle Studien von ARD & ZDF belegen, dass die Internetzugangsmöglichkeiten immer besser werden und immer mehr Menschen das Internet nutzen:

Bild 10

Bild 12

Wie zu erkennen, ist aber das starke Wachstum der Vergangenheit abgeebbt – die Durchdringung scheint sich dem Ende zu nähern. Lediglich im Bereich der Silversurfer scheint noch starker Nachholbedarf zu sein:

Bild 14Interessant ist jedoch, dass das Internet im Vergleich zu TV oder Radio nur eine untergeordnete Rolle in der Nutzerdauer spielt:

Bild 13Dies mag nicht zuletzt daran liegen, dass das Internet primär noch als Informationsquelle gesehen und somit recht selektiv genutzt wird:

Bild 9Auf den vorderen Rängen finden wir hier Suchmaschinen und gezielte Suche nach Angeboten. Ein wichtiger Punkt, den wir auch erkannt haben. Schnell nachwachsend, vor allem beim jüngeren Publikum sind alle Formen der Communities.

Alles in allem kann man sagen, dass das Internet und eine mögliche Konversion aller Medien noch viele Chancen lässt und insbesondere unter Berücksichtigung und Einbezug der „Gelegenheitssurfer“ m.E. großes Potenzial besteht für Internetprojekte, die sich diesem Klientel widmen.

Stell Dir vor, es gäbe Webseiten ohne Werbung. Keine blinkenden Baner mehr, keine nervigen Videos, die einfach loslaufen und Du unangenehm auffällst im Büro, weil plötzlich ein irrsinniger Krach aus Deinen Boxen tönt. Stell Dir weiter vor, die Webseiten sind so effizient und mit solchen Geschäftsmodellen versehen, dass sie allein aus diesem Grunde Geld verdienen können. Eine Traumwelt? Ich glaube nein.

Während heute noch sämtliches Targeting und Profiling des Users darauf abzielt Werbung zielgruppengenauer und damit vermeintlich effizienter zu platzieren, haben sich einige clevere bereits auf einen anderen Weg begeben. Warum die Werbung effizienter machen, wenn man dies mit seiner Website tun kann. Ja, zum Thema multivariates Testing habe ich  schon auf dem Blog des Deutschen Werberings einiges ausgeführt. Jetzt gehen wir mal einen Schritt weiter. Wie ein Adserver funktioniert, wissen die meisten ja. Für diejenigen, denen das neu ist, hier noch mal eine kurze Beschreibung:

Funktionsweise Adserver:

Auf Webseiten werden sogenannten Tags eingebaut – man kann sie auch as Anker bezeichnen. Beim Aufrufen einer Website geben nun diese Tags laut und sagen dem Adserver – die Webseite wird aufgerufen, gib mir gefälligst ein Werbemittel. Der Adserver und die mit ihm verknüpften Mediaplaner ;-) weiss nun, aha, Frl. Müller hat Banner X hinterlegt, der nun zu dieser Uhrzeit an diesem Wochentag auf dieser Seite ausgeliefert werden soll. Und prompt erscheint nun an der Stelle, wo der Tag geschrien hat, das richtige Werbemittel. Sprich, eine Webseite kommt nicht, wie viele vielleicht denken nur von einem Server, sondern ist schon heute ein Fragment von vielen Servern. Denn nun gibt es noch verschiedene Adserver, die ineinander- und hintereinandergeschaltet werden können.

Gehe man nun einen Schritt weiter und überlege sich mal, man könne ein Profiling entwickeln, das basierend auf der Big Five Theorie und aufgrund von zuvor generierten Profildaten (wie man die generiert bleibt an dieser Stelle vorerst mein Geheimnis ;-) ) eine komplett individuell auf den User zugeschnittene Webseite präsentiert. Da werden dem Zahlenfreund eine Menge Statistiken und Facts präsentiert, wohingegen eher dem Softie warme Farben Geborgenheit und Wohlfühlatmosphäre vermitteln. Geht nicht? Spinnerei? Vielleicht doch nicht. Denn der erste Schritt wurde vom MIT zusammen mit der British Telecom unternommen. Man hat genau solche Moorphing Websites entwickelt. Dabei ist das Grundprinzip ein iterativer Prozess:

Bayesian Inference Loop (grey dashed line) and Dynamic-  Programming Inference/Optimization Loop (black dotted line)
Bayesian Inference Loop (grey dashed line) and Dynamic- Programming Inference/Optimization Loop (black dotted line)

Die Umsatzsteigerungen lagen bei über 25%. Wenn man bedenkt, auf welch hart umkämpften Markt man sich mit DSL befindet sehr spannend. Und dabei hat man noch garkein gutes Profiling davorgeschaltet gehabt. Brave new World!

Die ganze Studie von John R. Hauser, Glen L. Urban, Guilherme Liberali und Michael Braun könnt Ihr  hier: Hauser_Urban_Liberali_Braun_Website_Morphing_May_2008 runterladen.

Startwerk.ch setzt sich mit einem neuen Blogpost sehr gut mit einem neuen Post von Rescue Time Gründer Tony Wright auseinander. Dieser hat sich – wie viele bereits vor ihm – damit beschäftigt, was erfolgreiche Gründungen ausmacht. Dennoch möchte ich an dieser Stelle mal tiefer drauf eingehen, da er viel richtiges sagt, was teilweise besonders in der Internetökonomie häufig noch ignoriert wird:

1. Mit vielen Leuten reden, und zwar mit den richtigen.

2. Erst Ideen am Markt antesten, dann erst entwickeln.

3. Flexibilität optimieren.

4. Die Preiskurve richtig reiten.

5. Schnell skalieren

6. An seine Idee glauben, aber sehr beweglich bleiben.

Ich denke besonders die Punkte 1&2 sind als besonders wichtig hervorzuheben. Wenn man immer nur mit dem eigenen Umkreis unterhält, bekommt man zwar viel positiv verstärkendes Feedback, aber keine wirklich neutrale Meinung und schon garnicht eine neue Perspektive. Damit einher geht Punkt 2 – der Kunde ist und bleibt halt König. Dies setzt voraus, dass dieser das Marktbedürfnis definiert und nicht umgekehrt – sprich Punkt 6 ergibt sich aus 2. Es macht also m.E. in den wenigsten Fällen sind ersteinmal ein State of the Art – Top Produkt zu programmieren, um dann hinterher festzustellen, dass es am Markt vorbei war. Der Weg muss ein iterativer sein – sprich – der Visionär und Unternehmensgründer gibt seine Kernidee in den Markt, holt Feedback ab und entwickelt daraufhin sein Produkt weiter. Eigentlich wie im richtigen Leben :-)

Am 21.7. kam die Meldung über den Ticker, dass das Soziale Netzwerk von United Internet / Web.de „Unddu.de“ zum 31.08.2009 eingestellt wird.

Was war geschehen?

„Mit unddu.de gehen wir den nächsten logischen Schritt. Wir sehen die Person und ihre Bedürfnisse ganzheitlich und haben eine Anwendung entwickelt, in der sich jeder Mensch als private Person oder innerhalb einer Community darstellen kann“, beschrieb Matthias Greve von Web.de die Idee hinter dem neuen Produkt.

So noch die Aussage im März 2007, als Unddu.de an den Start ging. Das Problem war – es war eine soziale Plattform wie es bereits zum damaligen Zeitpunkt viele gab. Damals war bspw. MySpace noch ganz groß im kommen (wir erinnern uns).

Betrachten wir die Seite, so sehen wir, dass es ein typisches Gewächs des Web 2.0 ist – und vor allem – alles 100% kostenlos.

Bild 60Aber wozu? Was war das Produkt? Was die Mission? Es war eine Copycat. Zwar eine ganz schlechte und eine mit großen und starken Eltern, aber dennoch eine Kopie ohne Herz und Seele, ohne die Vision, die allem Großen innewohnen muss.

Richtig erkannt hat nun das Management:

„Leider ist es UndDu.de in den letzten Jahren nicht gelungen, eine eigene Nische zu finden“, heißt es in dem Mitgliederschreiben, das der Magnus Redaktion vorliegt. Man habe sich deshalb dazu entschlossen, den Dienst abzuschalten.

Richtig erkannt – sollte man sich diese Gedanken aber nicht zu Beginn einer recht teuren Aktion machen? Oder glauben viele heutzutage noch an das Saysche Theorem?

Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage selbst.


Pfiffig, wie in den USA Kleinunternehmer mittlerweile Twitter entdeckt haben, um kostenlos Werbung machen zu können.

Wie eine Bäckerei für französische Leckereien oder ein Sushi Restaurant zeigen, kann dies sehr erfolgreich sein. Mehr dazu findet man beim bigTrends-Blog.

3712836_8ebc81782d_m.jpegWie ich meine endlich mal eine sinnvolle und wahrscheinlich weiter wachsende Nutzung von Twitter.

In letzter Zeit wird immer mehr das Zauberwort „Social Media Marketing“ in den Mund genommen. Es soll die Gegenbewegung zur Marketing Krise sein, das Allheilmittel. Interessant zu sehen ist, dass diesem Bereich in der Tat das größte Wachstum laut Forrester Research vorausgesagt wird – letzendlich die Ausgaben in 2014 aber lediglich 10% der Ausgaben im Bereich Suchmaschinenmarketing ausmachen werden.

forresterEs zeigt sich auch hier – alles ist relativ.

Wie Vee vom brainwash Blog zu Recht sagt:

Es bringt meiner Meinung nach nicht viel, klassische Online-Kampagnen auf Communities wie Facebook, MySpace & Co zu spiegeln und mit witzigen Applikationen aufzumotzen. Was zählt ist der direkte Dialog mit den Fans. Social Media bedeutet für mich viel mehr Zuhören als Aussenden! Hier spricht man die Fans der eigenen Marke indirekt mit einer Aufforderung an: Bitte sagt uns Eure ehrliche Meinung!

In keinem anderen Marketing-Kanal ist dies in dieser Form bisher so einfach möglich. Richtig, Zuhören kostet bekanntlich wenig, aber Antworten liefern, die dazu noch individuell sind, das dürfte ins Geld gehen!

Also ein weiterer, sicherlich in bestimmten Bereichen neuer Kanal – aber sicherlich keine Allzweckwaffe gegen schwindende Absätze oder Marketingbudgets.

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